PGA-Show 2011-It´s Showtime in Orlando

It´s Showtime – Nabelschau der Golfindustrie in Orlando

Gigantisch, knallig und viel Buzz. In den riesigen Hallen des Convention Centers in Orlando schlägt das überdimensionale Herz der Mega-Golfshow. Hier präsentieren rund 1000 Aussteller die neuesten Golfprodukte und heißesten Showspecials, hier werden lukrative Aufträge und vielversprechende Vororder geschrieben, schillernde Fashion-Shows der Big-Players abgehalten, aktuelle Fachthemen diskutiert und Golf- Celebrities von einst und jetzt begrüßt. Hier drängen sich knapp 50.000 Fachbesucher – zahlenmäßig quasi fast halb Golf-Österreich – durch die endlosen Gänge, die widerum in Summe so lange sind, daß Tiger Woods über 60 Drives schlagen müßte, um diese in ihrer Länge zu bewältigen. Es macht Spass, auf Entdeckungsreise zu gehen, die innovativsten und schicksten Golf-Highlights 2011 zu bestaunen und die besondere Golfluft, die in diesen Hallen weht, zu schnuppern.

Pipeline der Golfmacht

Doch meine vorrangige Mission erweist sich dieses Jahr als eine andere, weshalb ich bereits am ersten Tag der Show frühmorgens hochtmotiviert in jenen Seitentrakt eile, in dem sich PGA-Pros, Golfplatz-Eigentümer, Golfkapazitäten, Wirtschaftskapazunder und vereinzelt wißbegierige Journalisten tummeln, um an werthaltigen Weiterbildungen teilzunehmen. Hochkarätige Experten sorgen in rund 60 Seminaren, die in Kooperation mit der PGA of America und der Association der Golf Merchandisers durchgeführt werden, für 50 Stunden geballten Wissenstransfer und viel positives Momentum. “Die Möglichkeiten, sich im Rahmen dieser Workshops und Konferenzen persönlich weiterzubilden, um auf neue Trends und Entwicklungen proaktiv reagieren und somit das eigene Golf-Business auf die nächste Ebene führen zu können, sind gewaltig” betont Allen Wronowski. Der Präsident der PGA of America unterstreicht somit neuerlich und explizit die Neuorientierung der gesamten Show mit einem noch nie dagewesenen Fokus auf Wirtschaftskompetenz, Weiterbildung und Networking vom Feinsten. Anders als bei uns in Kontinentaleuropa ist der Pro in den USA bekanntlich primär für das gesamte Management  des Clubs verantwortlich, weshalb dessen wirtschaftliche Kenntnisse und Managementqualitäten über Erfolg oder Misserfolg des Golfclubs entscheiden.

Die Themenpalette lässt keine Wünsche offen, lediglich den nach mehr Zeit und besserer Koordination: Persönliche Bereicherung, effektive Trainingsmethoden, kluges Merchandising und vor allem wirtschaftliche Aspekte stehen auf den dicht gedrängten Agenden. Einmal mehr gilt mein persönliches Interesse den zahlreichen Marketing- und Management-Vorträgen, die ich allesamt in einem Aufwasch besuche, muß man doch dafür normalerweise tief in die Tasche greifen. Mit großer Begeisterung und einer entsprechenden Portion Durchhaltevermögen gewappnet, begebe ich mich also drei intensive Tage lang auf die Schulbank und bringe Ihnen pars-pro-toto die interessantesten, wertvollsten, anregensten – kurz: meine subjektiv herausragensten Inhalte als Impulse.

Mehr Biss im Biz durch effektives Marketing

Andrew Wood, Amerikas Nummer 1 im Golfmarketing – zudem mein langjähriger Mentor – präsentiert sich bereits am ersten Tag in absoluter Höchstform. Woods bringt buchstäblich frischen Wind in den bis auf den letzten Platz belegten Raum und signalisiert damit den zukünftigen Weg zum Erfolg. In seinem mitreißenden Seminar zeigt der Profi effektive Wege und Kommunikationsformen auf, die in den Golf-Clubs steigende Mitgliederzahlen und Greenfees garantieren. Der in der Vergangenheit meist praktizierte Einheitsbrei im Marketing weist sich als Musik aus der Konserve, lediglich individuelles 1:1 Marketing führt zum angestrebten Wunschkonzert. Der aktuelle Ohrwurm, der auch in zahlreichen anderen Vorträgen rauf und runter gespielt wird, heißt: perfekte Positionierung, smartes Datenmanagment, effektives Target-Marketing, umfangreiche Personalschulungen, kluges Yield-Management und ein gelebtes CRM. (Kundenbeziehungs-Management)

Gefordert: Golfer Portrait

Robert Morris, Vizepräsident von Billy Casper Golf Management, dessen 120 Clubs ausnahmslos positive Erträge erwirtschaften, redete bereits im Vorjahr – federführend für mehrere renommierte Unternehmen – den ungläubigen Zuhörern ins Gewissen: Schlechtes Wetter und Rezession gelten nicht als Ausrede für wirtschaftliche Sockets! Effektives Golfmarketing und kundenorientiertes Management sind die Schlüsselstrategien zum Erfolg. Die Anzahl der verkauften Greenfees und Mitgliedschaften sowie andere mögliche Einkommensquellen dürfen nicht länger im Fokus der Clubs stehen!

PGA-Marketer Paul Metzler und Mark Black, Director des PGA Golf Management University Program der Arizona State University, stoßen unisono ins selbe Horn und haben das neue Konzept längst in den Ausbildungsplan der Professionals übernommen. Der neue Ansatz zielt auf die Erfüllung der Bedürfnisse des Golfkunden, das Kreieren von Erlebniswerten am Golfplatz sowie in weiterer Folge auf die Wiederkehr und Weiterempfehlung des Kunden ab.  Denn nur dies garantiert nachhaltigen Ertrag und ein Feuerwerk schwarzer Zahlen. Voraussetzung dafür ist das profunde Know-How der Bedürfnisse der Golfer, die es in gezielten Umfragen zu ermitteln gilt.(Golfer Porträt)

 

Kunden-Service-Superstar

Der Seminarraum platzt aus allen Nähten, als Cary Cavitt , PGA-Pro und seit vielen Jahren erfolgreich im Dienstleistungsbereich tätig, in seinem inspirierenden Vortrag mit anschaulichen Beispielen vor Augen führte, dass ein exzellenter 5-Sterne-Service zum kommerziellen Aufschwung führt. Klar, heute heftet sich quasi jeder Club “Top Service” auf die Brust, schwingt damit die Clubfahne und bläst die Werbetrompete. Außergewöhnliches Service kann in der Tat  jedoch nur dann erbracht werden, wenn Qualität und Einstellung der Mitarbeiter stimmen. Sechs Qualifikationen, die der mehrfache Buchautor in seinem Bestseller Customer Service Superstar im Detail beschreibt, gelten als Basis und zeichnen diesen wertvollen Mitarbeiter aus. Ein respektvolles Miteinander, ein besonderes Maß an Freundlichkeit und Einsatzbereitschaft garantieren loyale Kunden und machen letztendlich laut Cavitt den Unterschied. „Golfkunden werden über vieles hinwegsehen und alles vergessen, sie werden jedoch nicht vergessen, wie sie behandelt wurden“, so Cavitt.

Golftourismus im Rough – PGA-Pro als Botschafter

Wie mit Sirup karamelisierte Popcorn – im Convention Center klischeegemäß  überall zu kaufen – zergeht die Botschaft von Kirk Pagenkopf, Herausgeber und Vizepräsident des mächtigen PGA-Magazins, auf den Zungen der aufmerksam lauschenden Zuhörer. Denn in Schulterschluss mit dem weltweit führenden #1 Fachmedium und 8000 ausgewählten PGA-Pros, möchte Pagenkopf die vor allem in den USA stark angeschlagene Golftourismusindustrie wieder zu neuem Höhenflug verhelfen. Das monatlich an alle PGA-Pros (mit rund 28.000 gibt es in den USA fast doppelt so viele wie in Europa) und an 9.000 PGA gemanagte Golfclubs verschickte PGA- Magazin sowie gezielte e-mail blasts dienen dafür als vielversprechende Marketing-Tools. Dieses klug aufgestellte “Ambassador-Konzept” wurde zwar bereits vor fünf Jahren ins Leben gerufen, nun jedoch um variable Optionen für verschiedene Investitionsvolumen erweitert. Bleibt zu hoffen, dass der in den USA prognostizierte Zuwachs von 5.8% auf dem so wichtigen Business-Golfreise-Sektor, durch effektive Strategien – wie jene mit den Pros- zusätzlichen Antrieb bekommt, und das Pegel im 21 Billionen Euro schweren globalen Golftourismus-Biz wieder in die richtige Richtung schlägt.

Kein Zweifel, wenn die Mega-Show in Orlando ein Seismograph und Barometer des weltweiten Golfmarktes ist,  schwimmen wir aktuell auf der Welle eines positiven Momentums in ein wirtschaftlich stärkeres 2011, dessen Takt jedoch eindeutig von Asien im Allgemeinen und China im Speziellen vorgegeben wird. In Österreich, ein im Golfmarketing und -management erst zärtlich aufbereitetes Land, gilt es nun, einige der Ansätze umzusetzen, um den Silberstreif am Horizont klarer erkennen zu können. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine ertragreiche und schöne Golfsaison.

Leave a Reply

  • (will not be published)